Mit Mesh-Netzwerken überall Top-WLAN: so funktioniert es

Unser Leben wird immer digitaler und vernetzter. Seit Jahrzehnten wollen wir es nicht anders, da das Internet vieles vereinfacht und uns mit der Welt in ganz neuen Weisen verbindet. Ob Alexa, Netflix oder Smart Home – das www begleitet uns durch unser ganzes Heim.

Anno 2020 gewinnt die digitale Anbindung des Hauses noch eine ganz andere Dringlichkeit, weil uns Corona zwingt, Dinge übers Netz zu erledigen, die wir bisher vor Ort gemacht haben. Home Office, Videokonferenzen, virtuelle Events – all das steht und fällt mit der Qualität unserer Internetverbindung.

Viele WLAN-Netzwerke halten diesen gesteigerten Anforderungen nicht mehr Stand. Ausgerichtet auf die optimale Anbindung des Wohnzimmers, wo Smart-TV und Alexa residieren, reicht das Signal nicht mehr aus, wenn es nun auch im Arbeitszimmer Video-Calls mit zig Teilnehmern in HD-Qualität ermöglichen soll. Je verwinkelter das Haus oder die Wohnung und je dicker die Wände, desto früher hakt es.

Mesh-Netzwerke sind die modernste und zukunftssicherste Möglichkeit, das Web verlässlich in jeden Winkel des Hauses zu bringen. Wir sagen, worauf es dabei ankommt.

Was ist ein Mesh-Netzwerk?

Klassischer Weise haben wir einen einzigen WLAN-Router, der uns mit Internet per Funk versorgt. So mancher hat bereits noch an entfernteren Punkten seines Heims einen Repeater, der das Signal verstärkt (dabei aber seine Bandbreite reduziert) oder hat das Haus mit LAN-Kabeln durchzogen, die weitere Access Points – also quasi untergeordnete Router – ermöglichen.

Ein Mesh-Netzwerk hingegen besteht aus mehreren Sender-/Empfänger-Modulen, die kabellos per Funk miteinander kommunizieren. Sie organisieren sich selbst, um die Bandbreite, die durch die Leitung (oder einen LTE-Router) im Haus ankommt, optimal zu verteilen: Jeder bekommt so viel, wie er gerade benötigt, und was der Eine nicht braucht, kann man dem Anderen noch geben.

Da sie für diese Kommunikation untereinander eine eigene Funkfrequenz benutzen, nehmen sie weder WLAN-Bandbreite weg, noch werden sie durch den Funk aus anderen Netzwerken gestört. So können bereits zwei solcher Knotenpunkte problemlos in einer 5-6 Zimmer-Wohnung überall für Highspeed-Surfvergnügen sorgen – auch auf der Terrasse.

Was brauche ich, um ein Mesh-Netzwerk aufzubauen?

Jedes Mesh-Netzwerk besteht aus einem Mesh-fähigen Router, der sich um Satelliten erweitern lässt. Entsprechende Systeme gibt es z.B. von AVM (FritzBox), Google (Nest), Amazon (eero) und der Telekom (Speed). Ein Router mit einem Satelliten liegt zwischen 135 und 250 Euro. Bei den Google- und Amazon-Systemen ist dabei wichtig, dass sie jeweils nur mit den eigenen Smarten Assistenten (Alexa, Google Assistant) kompatibel sind.

Die Einrichtung selbst ist aufgrund der Funktechnologie extrem einfach: den Router wie gewohnt ans LAN-Kabel anschließen, vorhandene Satelliten auf Knopfdruck koppeln und dann optimal in Wohnung oder Haus positionieren. Dabei unterstützen häufig Apps der Hersteller, z.B. bei AVM und Telekom.

Schon können Sie entspannt lossurfen – denn spezielle Tarife oder weitere Technik benötigen Sie nicht. Viel Spaß auf der kabellosen Datenautobahn in jedem Raum!

Gut vernetzt: so kommt WLAN in jeden Winkel

Bei weitläufigen Wohnungen und Häusern ist es ein wohlbekanntes Ärgernis: WLAN – ohne das heute Vieles nicht mehr läuft – ist in der Nähe des Routers mit Raketengeschwindigkeit verfügbar, während der Empfang mit zunehmender Entfernung immer schlechter wird. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das ändern können.

 

Schritt 1: Abdeckung ermitteln
Um ein Problem zielgerichtet zu lösen, sollte man es zunächst gut kennen. Am Anfang steht daher sinnvoller Weise eine Vermessung des WLAN-Empfangs in Ihren Räumen. Es gibt zahlreiche kostenlose Apps, mit denen Sie eine WLAN-Heatmap erstellen können. Dafür laden Sie den Grundriss hoch, gehen dann nach Anweisung der App durch die Zimmer und messen den Empfang. So ist klar einzugrenzen, wo die Problemzonen liegen, was wichtig für die Behebung ist.

 

Schritt 2: Router optimieren
Schlechte Abdeckung muss nämlich nicht an der Entfernung liegen – zum Teil fällt die Abdeckung schon wenige Ecken vom Router entfernt dramatisch ab. Das ist in der Regel der Fall, wenn größere Metallgegenstände, Glasflächen oder Wasserkörper (z.B. große Blumentöpfe, Aquarien etc.) im Weg sind. Hier hilft es bereits, die „Störenfriede“ nach Möglichkeit zu verrücken oder den Router (z.B. mit längerem LAN-Kabel) besser zu positionieren. Auch ist der Empfang u.U. nur zu manchen Zeiten schlecht. Dann kann es sein, dass das WLAN Ihrer Nachbarn „dazwischenfunkt“. Dies können Sie verhindern, indem Sie Ihren Router auf einen anderen Kanal umstellen.

 

Schritt 3: Zweiter Router, Extender oder Powerline Adapter
Liegt das Problem tatsächlich in einer zu großen Entfernung zum Router, müssen technische Hilfsmittel her. Eine Lösung ohne Reue wäre ein zweiter Router, der als Access Point hinter den ersten geschaltet wird. Damit verlieren Sie keine Bandbreite und gewinnen massiv an Reichweite. Der Nachteil jedoch: beide Router müssen per LAN-Kabel verbunden sein – im Zweifel quer durchs Haus. Das kann aufwändig und „fummelig“ werden. Preisgünstiger, aber mit mehr Kompromissen behaftet, ist die Nutzung eines WLAN-Repeaters: dieser greift das Signal des Routers kabellos ab und gibt es über größere Abstände weiter. Dabei verlieren Sie jedoch an Geschwindigkeit. Wer die Vorteile eines zweiten Routers als Access Point nutzen, dafür jedoch keine LAN-Kabel verlegen möchte, kann noch einen dritten Weg gehen: mit Powerline-Adaptern lässt sich das WLAN-Signal über das Stromnetz des Hauses weitergeben. Diese Möglichkeit ist teurer, jedoch auch bequemer, da weder Kabel verlegt werden müssen, noch Geschwindigkeit verloren geht.

 

Neue WLAN-Netze gleich als Mesh planen
Wenn Sie Ihre WLAN-Technik neu anschaffen und weitläufige Räumlichkeiten haben, lohnt es sich für Sie, gleich auf die Lösung der Zukunft zu setzen: Mesh-Router. Hierbei handelt es sich um einen zentralen Router mit mehreren Satelliten, die ein eigenes Kommunikationsnetzwerk zwischen Ihren Zimmern aufbauen und automatisch die Leistung dorthin steuern, wo sie gerade am meisten benötigt wird. Damit benötigen Sie weder Kabel noch zusätzliche Geräte oder Adapter. Da Mesh-Router noch recht teuer sind, lohnt sich dieser Schritt am Ehesten dann, wenn Sie ohnehin eine Erneuerung Ihrer Technik planen – Sie gewinnen damit gleichmäßig eine gute Abdeckung, ohne sich über die Kompatibilität mit anderer Technik (wie Powerline, Repeatern etc.) Gedanken machen zu müssen.